Der Weg zum Hackintosh

Der permanente parallele Einsatz unterschiedlicher Betriebssysteme kann schnell umständlich bzw. verwirrend werden. Privat Linux, beruflich macOS und Windows. Der Wechsel zwischen Linux und macOS ist keine wirkliche Herausforderung. Allerdings unterscheiden sich gewisse Befehle, Tastaturbelegungen und Gewohnheiten dann doch im Detail. Alle haben so ihre speziellen Eigenheiten, die sich im täglichen Betrieb bemerkbar machen. Teilweise müssen Aktionen mehrfach ausgeführt werden, da Dank der „Macht der Gewohnheit“ im Geiste auf einem anderen System gearbeitet wird. Also kann eine Vereinfachung nicht schaden. Einen Mac für den Privatgebrauch kaufen kommt nicht unbedingt für jeden in Frage. Mit macOS statt Linux auf dem eigenen Rechner zu arbeiten könnte jedoch durchaus eine Alternative sein.


Hierzu kann es sich lohnen, sich in das Thema „Hackintosh“ einzulesen. Besteht ein Rechner aus kompatiblen Komponenten und ist ein wenig Experimentierfreudigkeit kein Hindernis, so ist es sicher einen Versuch wert. Also erstmal flugs ein Image der bestehenden Installation mit Clonezilla erzeugen und los geht’s. Die aktuelle Version von macOS 10.12 Sierra lässt sich aus dem Mac App Store herunterladen und mit dem Tools Unibeast auf einen USB Stick bringen. Die eigentliche Installation von macOS sollte dann reibungslos ablaufen. Nachdem die Installation erfolgreich abgeschlossen ist, müssen noch ein paar Hackintosh Anpassungen mit Multibeast durchgeführt werden. Das System ist somit erstmal einsatzbereit und kann verwendet werden.

Hackintosh macOS Sierra 10.12

Als kleiner Hinweis für diejenigen, die sich im Vorfeld nicht detailliert mit einem Hackintosh beschäftigt haben, eine Verschlüsselung der Systemplatte mit FileVault wird nicht funktionieren. Der Rechner bootete danach nicht mehr, da er auf relevante Dateien für den Systemstart nicht mehr zugreifen kann. Ein Plattmachen des Systems ist dann jedoch nicht erforderlich. Über die Recovery Konsole kann die Verschlüsselung per Kommandozeile rückgängig gemacht werden. Danach startet macOS auch wieder anstandslos. Für Datenplatten (intern wie extern) funktioniert FileVault übrigens ohne Probleme. Jetzt gibt es nur noch eine letzte Hürde zu nehmen. Natürlich ist es praktisch, auch iMessage mit dem Hackintosch nutzen zu können. Damit dies jedoch ordentlich funktioniert müssen ein paar SMBIOS Informationen angepasst werden. Auf Reddit ist der Vorgang wunderbar einfach beschrieben. Klick. Mein Hackintosh läuft nun bereits mehrere Tage und ich konnte aktuell keinerlei Probleme feststellen. Alles läuft performant, stabil und zuverlässig. Selbst der Bluetooth Dongle von Belkin, welcher im USB Port der Apple Tastatur steckt, wurde direkt erkannt und verbindet die Apple Magic Mouse 2 auf Anhieb. Allerdings sollte vor dem Schritt zum Hackintosh geprüft werden, ob die eingesetzte Hardware dafür wirklich geeignet ist. Im Nachhinein war für mich der größte Aufwand meine mit DM-Crypt verschlüsselten Platten in Richtung FileVault zu bringen. Welche Erfahrungen habt Ihr mit Eurem Hackintosh gemacht?

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