Hyper-V VM in VirtualBox VM konvertieren

Möglichkeiten zum Betreiben von Virtuellen Maschinen gibt es aktuell so einige. Je nach Anforderung haben hier alle Hypervisor Lösungen ihre Stärken und Schwächen. Im Windows Umfeld wird gerne der Microsoft eigene Hypervisor „Hyper-V“ eingesetzt, der seine Aufgabe meiner Meinung nach auch ziemlich gut macht. Sobald jedoch VMs auf unterschiedlichen Plattformen (im Büro Windows, zu Hause Linux) laufen sollen, wird es mit Hyper-V schwierig, da dieser nur unter Windows verfügbar ist.


In solchen Szenarien empfiehlt sich eine plattformunabhängige Virtualisierungslösung wie z. B. VirtualBox. Ein weiterer Vorteil von VirtualBox ist, dass es sich um eine OpenSource Lösung handelt. Allerdings lassen sich in Hyper-V erstellte VMs nicht so ohne weiteres unter VirtualBox nutzen. Gerade wenn die Maschine als „Generation 2“ VM in Hyper-V angelegt wurde, kommt das Festplattenformat „vhdx“ zum Einsatz, welches aktuell noch nicht so recht mit VirtualBox zusammenarbeitet. Allerdings können auch solche VMs konvertiert werden, damit VirtualBox in der Lage ist, die Maschinen zu starten und zu verwalten. Liegt die virtuelle Festplatte im „vhdx“ Format vor, muss diese als Erstes konvertiert werden. Ich habe mich für „vhd“ als Zielformat entschieden, da dies auch von anderen Lösungen unterstützt wird. Der dazu benötigte Befehl ist unter Windows und Linux weitestgehend identisch.

vboxmanage clonehd "Quellfestplatte" "Zielfestplatte" -format vhd

Beispiel unter Windows:

vboxmanage.exe clonehd "E:\VMs\Microsoft\Server2012R2\server01.vhdx" "E:\VMs\Microsoft\Server2012R2\server01.vhd" -format vhd

Beispiel unter Linux:

vboxmanage clonehd "/mnt/daten/VMs/Linux/Debian/debian01.vhdx" "/mnt/daten/VMs/Linux/Debian/debian01.vhd" -format vhd

Je nach Größe und Speichermedium kann dieser Vorgang ein paar Minuten dauern.

Hyper-V Virtualbox VM vhdx
Wenn die Festplatten konvertiert wurden, kann in VirtualBox eine neue VM angelegt werden. Als Festplatten werden die neuen „vhd“ Dateien ausgewählt. Per Default wird ein SATA Controller für die Platten verwendet. Sollte es beim Booten zu einem Blue Screen (BSOD) kommen, kann der Controller von SATA auf IDE geändert werden.

Hyper-V Virtualbox VM vhdx
Ist die VM angelegt, kann diese auch gestartet werden. Sollte es zu einem Boot Fehler kommen, kann das daran liegen, dass unter Hyper-V der Secure Boot (UEFI) aktiviert war.

Hyper-V Virtualbox VM vhdx

UEFI kann natürlich auch unter VirtualBox aktiviert werden.

Hyper-V Virtualbox VM vhdx

Die Maschine sollte jetzt problemfrei starten.

Hyper-V Virtualbox VM vhdx

Um die Performance der konvertierten Maschine zu verbessern, kann es helfen das relativ neue Feature „Paravirtualisierung“ zu aktivieren. Dies ist kein Garant für einen Leistungsschub, kann jedoch problemfrei getestet werden.

Hyper-V Virtualbox VM vhdx

Bei einer Windows VM wird „Hyper-V“ gewählt, bei einer Linux VM „KVM“. Alternativ kann selbstverständlich der Wert auch auf „Voreinstellung“ belassen werden. Dann wird der zu verwendende Modus automatisch gewählt. Mit ein paar wenigen Handgriffen lassen sich also Hyper-V VMs so konvertieren, dass auch der Hypervisor VirtualBox damit umgehen kann.

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