Proxy für Linux Shell unter Windows 10

Wer die Linux Shell unter Windows 10 nutzt, tut dies vermutlich hauptsächlich im beruflichen Umfeld. In Firmennetzwerken wird der Internetverkehr zentral über einen Proxyserver geleitet. Um jetzt die eingesetzten Linux Pakete aktuell zu halten, muss der eingesetzte Paketmanager „apt“ ins Internet, um sich die aktuellen Versionen für ein Update zu holen. Dazu muss er natürlich auch über den Proxyserver gehen, damit die Anfrage am zuständigen Spiegelserver ankommt. Dazu muss der Shell der Proxyserver mitgeteilt werden, da ansonsten die Aktualisierung natürlich fehlschlägt.


Für den Paketmanager „apt“ lässt sich eine dedizierte Konfigurationsdatei anlegen, in der die Proxyserver Einstellungen hinterlegt werden. Diese werden dann bei jedem Updatevorgang eingelesen und angewendet.

sudo nano /etc/apt/apt.conf.d/proxy.conf

Folgender Inhalt muss in die Konfigurationsdatei eingetragen werden. Die entsprechenden Adressen bzw. IPs müssen natürlich angepasst werden.

Acquire::http::proxy "http://proxy.example.de:8080";
Acquire::https::proxy "https://proxy.example.de:8080";
Acquire::ftp::proxy "ftp://proxy.example.de:8080";

Linux Shell Bash Proxyserver Apt

Sollte eine Authentifizierung am Proxy erforderlich sein, kann diese auch in die Konfiguration mit aufgenommen werden. Dazu werden Benutzername und Passwort in die URL eingetragen. Sollte beim Benutzernamen und/oder beim Passwort ein Sonderzeichen vorkommen, kann dies zu Problemen führen. Am einfachsten lässt sich das über Prozentkodierung lösen. Siehe dazu folgenden Wikipedia Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/URL-Encoding

Acquire::http::proxy "http://user:password@proxy.example.de:8080"; Acquire::https::proxy "https://user:password@proxy.example.de:8080"; Acquire::ftp::proxy "ftp://user:password@proxy.example.de:8080";

Ab jetzt lässt sich das System über „apt“ wieder aktualisieren.

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade

Linux Shell Bash Proxyserver Apt

Wird neben „apt“ auch ein Internetzugriff für weitere Anwendungen / Dienste benötigt, muss dafür auch ein Proxyserver konfiguriert werden. In der Regel sollte es reichen, für das eigene Benutzerprofil die Konfiguration anzupassen.

nano ~/.profile

Wer die Anpassung gerne systemweit hätte, muss die Eintragung in der Datei „/etc/profile“ vornehmen.

sudo nano /etc/profile
export http_proxy=http://proxy.example.de:8080
export https_proxy=https://proxy.example.de:8080
export ftp_proxy=ftp://proxy.example.de:8080
export HTTP_PROXY=$http_proxy
export HTTPS_PROXY=$https_proxy
export FTP_PROXY=$ftp_proxy

Auch hier müssen die Adressen bzw. IPs des Proxyservers an die eigenen Gegebenheiten angepasst werden. Sobald dies geschehen ist, laufen alle Internetverbindungen innerhalb der Shell über den Proxyserver. Soll die Kommunikation direkt ins Internet gehen, reicht es, die Konfigurationszeilen auszukommentieren.

#export http_proxy=http://proxy.example.de:8080
#export https_proxy=https://proxy.example.de:8080
#export ftp_proxy=ftp://proxy.example.de:8080
#export HTTP_PROXY=$http_proxy
#export HTTPS_PROXY=$https_proxy
#export FTP_PROXY=$ftp_proxy

Wie man sieht, lässt sich die Konfiguration unter Linux ziemlich einfach über entsprechende Konfigurationsdateien erledigen. Für Linux Einsteiger mag das zu Beginn etwas ungewohnt sein, wenn man sich damit jedoch angefreundet hat, möchte man vermutlich nichts anderes mehr haben.

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